IHK-Konjunkturbericht für den Nordschwarzwald
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| Die konjunkturelle Entwicklung in den Branchen |
Vorboten des Aufschwungs sind sichtbar - Regionale Wirtschaft arbeitet sich aus der Krise
Pforzheim, 2010-01-29. Die regionale Wirtschaft geht gestärkt in das Jahr 2010. Nach der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer Nordschwarzwald zum Jahresbeginn bei 370 Unternehmen berichten 16 Prozent von einer guten, weitere 54 Prozent von einer befriedigenden Geschäftslage, 30 Prozent geben schlecht laufende Geschäfte an. Damit hat sich die Einschätzung der Geschäftslage durch die regionale Wirtschaft gegenüber der letzten Befragung vom Herbst vergangenen Jahres erfreulich verbessert. Damals betrugen die entsprechenden Vergleichswerte 12 Prozent gut, 49 Prozent befriedigend und 39 Prozent schlecht.
Die Märkte verändern sich deutlich
Es ist sicherlich zu früh, von einem Ende der bisher größten Wirtschaftskrise in Deutschland zu sprechen. Dies zeigen auch die neuesten Arbeitsmarktzahlen für den Monat Januar. So hat die Zahl der registrierten Arbeitslosen in der Region Nordschwarzwald gegenüber Dezember 2009 um 1.543 auf 18.693 zugenommen; ein Anstieg um 9 Prozent. Auch in den kommenden Monaten muss realistischerweise noch mit einem weiteren Anstieg der Arbeitslosigkeit gerechnet werden, bis sich die nun sichtbar werdenden Verbesserungstendenzen in den Unternehmen auf dem Arbeitsmarkt niederschlagen. Die Herausforderungen für die Gestaltung der Zukunft bestehen nach wie vor. Die Märkte verändern sich bereits deutlich. Die Tatsache, dass sich die Firmen aus der Region aus der Krise herausarbeiten, zeigt sich z.B. in der verbesserten Ertrags- und Auftragssituation. Knapp die Hälfte der Unternehmen bezeichnet ihre Erträge mit befriedigend, 12 Prozent sogar mit gut. Rund ein Viertel der befragten Unternehmen berichtet von volleren Auftragsbüchern. Mit 70 Prozent sind die Kapazitäten höher ausgelastet als noch im Herbst 2009.
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| Einschätzung der aktuellen Geschäftslage durch die Betriebe in der Region Nordschwarzwald © 2010-01-29, IHK Nordschwarzwald |
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Erwartungen für die nächsten zwölf Monate
Die im Vergleich zur letzten Befragung höhere Nachfrage schlägt sich auch in optimistischeren Erwartungen für die nächsten zwölf Monate nieder: 34 Prozent der Firmen rechnen mit einer künftig besseren Entwicklung, 47 Prozent gehen von gleich bleibenden Geschäften aus.
Exporte und Investitionsbereitschaft
Wichtiger Impulsgeber werden dabei die Exporte sein, bei denen 28 Prozent der Unternehmen einen Anstieg erwarten. Dies wirkt sich bei den Unternehmen auch positiv auf die künftige Investitionsbereitschaft im Inland aus. Knapp ein Viertel der regionalen Firmen will seine Inlandsinvestitionen in den nächsten zwölf Monaten erhöhen. Dabei stehen überwiegend Investitionen zur Deckung des Ersatzbedarfs an, arbeitsplatzschaffende Investitionen zur Erweiterung der Produktionskapazitäten sind dagegen in dieser Phase der konjunkturellen Entwicklung eher die Ausnahme.
Kreditversorgung
Von besonderer Bedeutung ist in diesem Zusammenhang die Versorgung der regionalen Wirtschaft mit Krediten für Investitionen und Betriebsmittelbedarf. Von der gefürchteten Kreditklemme ist in der Region Nordschwarzwald bisher nicht viel zu spüren: 71 Prozent der befragten Unternehmen geben an, dass sich die Finanzierungskonditionen bei ihrer Hausbank nicht verändert haben. 20 Prozent berichten dagegen von einer Verschlechterung, insbesondere bei den Sicherheiten und den Zinsen. Die regionalen Geschäftsbanken sind sich bisher ihrer Verantwortung für ihre Firmenkunden bewusst und unterstützen die betrieblichen Anpassungen.
Dabei darf aber nicht vergessen werden, dass sich der wirtschaftliche Einbruch bei vielen Unternehmen erst zeitverzögert in den Bilanzen niederschlägt und es sich in den kommenden Monaten zeigen wird, ob notwendige Unternehmensfinanzierungen in ausreichendem Umfang weiterhin von den Hausbanken begleitet werden. Die weiteren Verbesserungen im KfW-Sonderprogramm und die staatliche Unterstützung bei den Warenkreditversicherungen werden dabei sicherlich helfen.
Arbeitsmarkt
Bislang zeigte sich der Arbeitsmarkt angesichts des wirtschaftlichen Einbruchs erstaunlich robust. Dies ist nicht nur auf unternehmensinterne Maßnahmen (Verzicht auf Neueinstellungen, Reduzierung der Arbeitszeit über den Abbau von Überstunden und Arbeitszeitkonten) zurückzuführen, sondern auch auf die Nutzung der verbesserten Kurzarbeit-Regelungen. Diese Instrumente haben maßgeblich dazu beigetragen, dass rund zwei Drittel der regionalen Firmen in den kommenden zwölf Monaten von einer gleich bleibenden Beschäftigtenzahl ausgehen. Aufgrund des Auslaufens zahlreicher Kurzarbeit-Regelungen und rückläufiger Neuanträge wird sich zeigen, wie lange dieses Instrument noch den Arbeitsmarkt und damit auch den privaten Konsum stabilisieren kann. Tatsache ist, dass selbst durch die vollständige Befreiung der Unternehmen von den Sozialversicherungsbeiträgen ab dem siebten Monat Kurzarbeit für die Unternehmen teuer wird, je länger sie andauert.
Inlandsabsatz
Nicht erstaunlich ist es daher, dass die Firmen aus der Region im Inlandsabsatz das größte Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung ihres Unternehmens sehen. Mit dem Wachstumsbeschleunigungsgesetz werden zwar auf der einen Seite neben den Unternehmen auch die privaten Haushalte zu Beginn des Jahres steuerlich entlastet (Erhöhung des steuerlichen Grundfreibetrags und des Kindergelds/Kinderfreibetrags, höhere steuerliche Absetzbarkeit der Beiträge zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie zur Altersvorsorge). Auf der anderen Seite verringern steigende Sozialversicherungsbeiträge und höhere kommunale Abgaben das verfügbare Einkommen der Privathaushalte. Die soeben beschlossene Erhebung eines Zusatzbeitrages der gesetzlichen Krankenkassen von zunächst 8 € monatlich bis zu gesetzlich möglichen 37,50 € im Monat lässt die Segnungen der Steuerentlastung schnell vergessen machen.
Staatliche Konjunkturpakete waren notwendig
In der Rückschau waren die staatlichen Konjunkturpakete notwendig, um den Rückgang der Wirtschaftsleistung zu dämpfen und damit die schwersten Folgen der Krise zu bekämpfen. Sie können jedoch nicht das Wachstum ersetzen, das sich selbst trägt und im Wesentlichen durch unternehmerisches Handeln und private Nachfrage geschaffen wird. Umso wichtiger ist es, diese Eigeninitiative von staatlicher Seite zu unterstützen, indem Steuersenkungen (vor allem Abmilderung der kalten Progression, Verzicht auf die Besteuerung von Kosten bei der Gewerbesteuer) gleichberechtigt neben der Haushaltssanierung in Angriff genommen werden. Ein transparenteres, einfacheres und gerechteres Steuersystem muss deshalb auch dazu führen, dass der Wildwuchs bei den Subventionen beseitigt wird.
Branchen-Konjunkturbericht für den Nordschwarzwald





